Canani verwebt anatolische Folklore, Krautrock und politische Texte – mehrsprachig, kritisch und historisch bedeutsam für Migrant:innenkultur in Deutschland.
1975 kam Canani im Alter von 12 Jahren nach Deutschland – mit der Bağlama als musikalischem Begleiter. Er schrieb unter anderem den bahnbrechenden Song „Deutsche Freunde“, der erstmals deutsche Texte aus der Perspektive eines Gastarbeiter-Kindes hörbar machte. In den 70ern spielte er in Hochzeitskapellen und später mit „Die Kanaken“ (u. a. Cem Karaca) – doch größere Öffentlichkeit erreichte er erst 2013 über den Sampler Songs of Gastarbeiter, auf dem „Deutsche Freunde“ neu auftauchte.
2021 veröffentlichte er nach 40 Jahren sein Debütalbum Warte mein Land, warte, das Lebenserfahrungen von Einwanderer:innen lyrisch und musikalisch verarbeitete – eine Mischung aus anatolischen Klängen, Krautrock-Anleihen und deutschsprachigen Texten. 2022 und 2023 trat er live auf (u. a. Leverkusen, Bremen, Basel), oft begleitet von der Combo Karaba sowie Gästen wie Locas in Love, DJ Bey und Renu Hossain – sein Stil wirkt rau, folkloristisch und poetisch zugleich.
Am 20. Juni 2025 erscheint sein neues Album Die Demokratie – mit 10 Songs, darunter „Die Demokratie“, „Freund/Dost“, „Pir Sultan“ – produziert in Köln und Berlin, u. a. mit Unterstützung von Locas in Love, DJ Bey und Renu Hossain. Zentrum der Musik ist ein Plädoyer für Empathie, Frieden und demokratische Werte – gepaart mit multikultureller Klangreise zwischen Anatolien und Deutschland .
Live erlebt man Canani mit seiner Band: Bağlama, Bass, Schlagzeug, Percussion – szenisch reduziert, in kleiner Besetzung, dabei politisch und nostalgisch. 2025 ist er u. a. in Berlin, Köln, München und Bremen zu sehen – präsentiert als Ozan mit zeitgeschichtlicher Relevanz.